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Title: Das Lumpengesindel
Author: Grimm, Jacob Ludwig Carl (1785-1863)
Author: Grimm, Wilhelm Carl (1786-1859)
Date of first publication: 1812 [original version]
Edition used as base for this ebook:
   Gttingen: Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, 1857
   [Kinder und Hausmrchen gesammelt durch die Brder Grimm.
   Erster Band. Groe Ausgabe. Siebente Auflage.]
Date first posted: 2 September 2011
Date last updated: 2 September 2011
Project Gutenberg Canada ebook #847

This ebook was produced by
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Titre: Das Lumpengesindel
Auteur: Grimm, Jacob Ludwig Carl (1785-1863)
Auteur: Grimm, Wilhelm Carl (1786-1859)
Date de la premire publication: 1812 [version originale]
dition utilise comme modle pour ce livre lectronique:
   Gttingen: Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, 1857
   [Kinder und Hausmrchen gesammelt durch die Brder Grimm.
   Erster Band. Groe Ausgabe. Siebente Auflage.]
Date de la premire publication sur Project Gutenberg Canada:
   2 septembre 2011
Date de la dernire mise  jour:
   2 septembre 2011
Livre lectronique de Project Gutenberg Canada no 847

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10.

Das Lumpengesindel.


Hhnchen sprach zum Hhnchen 'jetzt ist die Zeit wo die Nsse reif
werden, da wollen wir zusammen auf den Berg gehen und uns einmal recht
satt essen, ehe sie das Eichhorn alle wegholt.' 'Ja,' antwortete das
Hhnchen, 'komm, wir wollen uns eine Lust miteinander machen.' Da
giengen sie zusammen fort auf den Berg, und weil es ein heller Tag
war, blieben sie bis zum Abend. Nun wei ich nicht ob sie sich so
dick gegessen hatten, oder ob sie bermthig geworden waren, kurz,
sie wollten nicht zu Fu nach Haus gehen, und das Hhnchen mute einen
kleinen Wagen von Nuschalen bauen. Als er fertig war, setzte sich
Hhnchen hinein und sagte zum Hhnchen 'du kannst dich nur immer
vorspannen.' 'Du kommst mir recht,' sagte das Hhnchen, 'lieber geh ich
zu Fu nach Haus, als da ich mich vorspannen lasse: nein, so haben wir
nicht gewettet. Kutscher will ich wohl sein und auf dem Bock sitzen,
aber selbst ziehen, das thu ich nicht.'

Wie sie so stritten, schnatterte eine Ente daher 'ihr Diebsvolk, wer
hat euch geheien in meinen Nuberg gehen? wartet, das soll euch
schlecht bekommen!' gieng also mit aufgesperrtem Schnabel auf das
Hhnchen los. Aber Hhnchen war auch nicht faul und stieg der Ente
tchtig zu Leib, endlich hackte es mit seinen Sporn so gewaltig auf sie
los, da sie um Gnade bat und sich gern zur Strafe vor den Wagen spannen
lie. Hhnchen setzte sich nun auf den Bock und war Kutscher, und darauf
gieng es fort in einem Jagen, 'Ente, lauf zu was du kannst!' Als sie
ein Stck Weges gefahren waren, begegneten sie zwei Fugngern, einer
Stecknadel und einer Nhnadel. Sie riefen 'halt! halt!' und sagten es
wrde gleich stichdunkel werden, da knnten sie keinen Schritt weiter,
auch wre es so schmutzig auf der Strae, ob sie nicht ein wenig
einsitzen knnten: sie wren auf der Schneiderherberge vor dem Thor
gewesen und htten sich beim Bier versptet. Hhnchen, da es magere
Leute waren, die nicht viel Platz einnahmen, lie sie beide einsteigen,
doch muten sie versprechen ihm und seinem Hhnchen nicht auf die Fe
zu treten. Spt Abends kamen sie zu einem Wirthshaus, und weil sie die
Nacht nicht weiter fahren wollten, die Ente auch nicht gut zu Fu war
und von einer Seite auf die andere fiel, so kehrten sie ein. Der Wirth
machte anfangs viel Einwendungen, sein Haus wre schon voll, gedachte
auch wohl es mchte keine vornehme Herrschaft sein, endlich aber, da
sie se Reden fhrten, er sollte das Ei haben, welches das Hhnchen
unterwegs gelegt hatte, auch die Ente behalten, die alle Tage eins
legte, so sagte er endlich sie mchten die Nacht ber bleiben. Nun
lieen sie wieder frisch auftragen und lebten in Saus und Braus. Frh
Morgens, als es dmmerte und noch alles schlief, weckte Hhnchen das
Hhnchen, holte das Ei, pickte es auf, und sie verzehrten es zusammen;
die Schalen aber warfen sie auf den Feuerherd. Dann giengen sie zu der
Nhnadel, die noch schlief, packten sie beim Kopf, und steckten sie
in das Sesselkissen des Wirths, die Stecknadel aber in sein Handtuch,
endlich flogen sie, mir nichts dir nichts, ber die Heide davon. Die
Ente, die gern unter freiem Himmel schlief, und im Hof geblieben war,
hrte sie fortschnurren, machte sich munter, und fand einen Bach, auf
dem sie hinab schwamm; und das gieng geschwinder als vor dem Wagen. Ein
paar Stunden spter machte sich erst der Wirth aus den Federn, wusch
sich und wollte sich am Handtuch abtrocknen, da fuhr ihm die Stecknadel
ber das Gesicht und machte ihm einen rothen Strich von einem Ohr
zum andern: dann gieng er in die Kche, und wollte sich eine Pfeife
anstecken, wie er aber an den Herd kam, sprangen ihm die Eierschalen in
die Augen. 'Heute Morgen will mir Alles an meinen Kopf,' sagte er, und
lie sich verdrielich auf seinen Grovaterstuhl nieder; aber geschwind
fuhr er wieder in die Hhe, und schrie 'auweh!' denn die Nhnadel hatte
ihn noch schlimmer und nicht in den Kopf gestochen. Nun war er vollends
bse und hatte Verdacht auf die Gste, die so spt gestern Abend
gekommen waren; und wie er gieng und sich nach ihnen umsah, waren sie
fort. Da that er einen Schwur, kein Lumpengesindel mehr in sein Haus zu
nehmen, das viel verzehrt, nichts bezahlt, und zum Dank noch obendrein
Schabernack treibt.




[End of Das Lumpengesindel, by the Brothers Grimm]

[Fin de Das Lumpengesindel, par les frres Grimm]
